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EACVI-Zertifizierung in der Echokardiographie

Die europäische Zertifizierung ist aufwendiger als die deutsche, dafür international anerkannt und mit einer echten Prüfung verbunden. Hier steht, was auf dich zukommt.

Alle Angaben stammen von den offiziellen EACVI-Seiten, Stand August 2026. Die Bedingungen können sich ändern. Sieh vor einer Anmeldung bitte im Original nach.

Was ist die EACVI?

Die European Association of Cardiovascular Imaging (EACVI) ist die Fachgesellschaft für kardiovaskuläre Bildgebung innerhalb der European Society of Cardiology. Sie deckt nicht nur Echokardiographie ab, sondern auch Kardio-MRT, Kardio-CT und Nuklearkardiologie.

Für die Ausbildung relevant ist vor allem ihr Zertifizierungsprogramm. Anders als beim deutschen Stufenkonzept steht dort eine schriftliche Prüfung am Anfang.

Welche Zertifizierungen gibt es?

In der Echokardiographie sind also TTE, TOE und Echo CHD die drei einschlägigen. TTE ist der übliche Einstieg.

Bei der Magnetresonanz ist die Bezeichnung leicht zu verwechseln: Das Ärzteprogramm zertifiziert auf Level 2 und Level 3 und ist damit gestuft, und das gleichnamige Level 2 for Technicians ist ein davon getrenntes Programm für technisches Personal. Wer sich dafür interessiert, findet die Anforderungen auf der CMR-Seite der EACVI.

Wie läuft die Prüfung ab?

Online, von überall. Die Prüfung wird über die Plattform ProctorU abgenommen und beaufsichtigt. Du brauchst einen Computer und kannst weltweit teilnehmen. Sie findet zweimal jährlich statt.

Aufbau bei TTE und TOE identisch, auf Englisch, Multiple Choice mit fünf Antwortoptionen:

Teil Inhalt Fragen Zeit
1 Reporting, mit Echobildern 50 90 Minuten
2 Theorie 75 110 Minuten

Dazwischen liegen 10 Minuten Pause, insgesamt also 125 Fragen in gut drei Stunden. Das Ergebnis kommt innerhalb von acht Wochen.

Wichtig für die Planung: Zuerst die Prüfung, dann das Logbuch. Der Zugang zur Logbuch-Plattform wird erst freigeschaltet, wenn die schriftliche Prüfung bestanden ist. Danach hast du ein Jahr, um den Logbuch-Teil abzuschließen.

Was verlangt das Logbuch?

Fallzahlen, geprüft und unterschrieben von einer Supervisorin oder einem Supervisor:

Zertifikat Fälle im Logbuch
TTE 250
TOE 125, oder nur 75 mit vorhandener EACVI-TTE-Zertifizierung
Echo CHD 250, pädiatrische und erwachsene Fälle zulässig

Dazu kommen ein Brief des Supervisors und sechs vollständig dokumentierte Fälle, die du eigenständig durchgeführt und selbst befundet hast.

Zum Hochladen der Bilder gibt es eine klare Vorgabe: Die Medien müssen direkt aus dem Ultraschallgerät oder vom Bildserver kommen. Abgefilmte Bildschirme oder Handyvideos werden nicht akzeptiert. Wer Zertifizierung plant, sollte also von Anfang an ordentlich ins PACS speichern. Warum das ohnehin sinnvoll ist, steht bei uns unter Soll ich die Bilder speichern?

Zwei Fristen sind zu beachten. Die Fälle dürfen aus dem Zeitraum von einem Jahr vor bis einem Jahr nach der Prüfung stammen, und sie dürfen bei TTE höchstens 12 zusammenhängende Monate abdecken, bei Echo CHD höchstens 24. Jede Patientin und jeder Patient darf nur einmal im Logbuch vorkommen.

Bei Echo CHD kommt eine DOPS-Komponente dazu, die direkte Beobachtung praktischer Fertigkeiten. Zehn DOPS-Berichte werden verlangt, beurteilt von mindestens drei verschiedenen Personen. Damit liegt die Verantwortung für den Kompetenznachweis ausdrücklich bei den Supervisoren vor Ort.

Wo finde ich den Inhaltskatalog?

Bei der EACVI heißt er Core Syllabus und steht auf den Seiten der ESC frei zugänglich. Er listet auf, was in der Prüfung vorkommen kann. Vor der Anmeldung ist das die nützlichste Seite überhaupt, weil sie den Lernstoff eingrenzt.

Wie lange gilt es?

Die Zertifizierung gilt fünf Jahre, danach ist eine Rezertifizierung nötig.

Was habe ich davon?

Eine bestandene Prüfung mit dokumentierten 250 Fällen ist im Lebenslauf etwas anderes als die Angabe, man habe auch mal Echokardiographie gemacht. Sie ist international vergleichbar, was bei Bewerbungen im Ausland und in der Forschung zählt.

Außerdem gibt das Programm dem eigenen Lernen eine Struktur. Der Core Syllabus sagt, was du wissen solltest; die Fallzahlen sagen, wie viel Übung dahintergehört.

Was macht die EACVI außerdem?

Zertifizierung ist nur ein Teil. Für die Praxis auch relevant sind ihre Empfehlungen und Konsensusdokumente, die weite Teile dessen definieren, was in der Echokardiographie als Standard gilt. Von der Kammerquantifizierung bis zur Beurteilung der Herzklappen stammen die maßgeblichen europäischen Dokumente aus diesem Umfeld.

Dazu gehört die Fachzeitschrift European Heart Journal – Cardiovascular Imaging und der Kongress EuroEcho-Imaging. Das aktuelle Konsensusdokument zur Echokardiographie in der Notfall- und Intensivmedizin, das wir in einem eigenen Beitrag eingeordnet haben, ist unter Beteiligung der EACVI entstanden und dort erschienen.

Auch die Inhalte unserer Kurse folgen den Themenvorgaben von DEGUM und EACVI. Mehr dazu auf der Seite zu den Echokursen in Münster.

Offizielle Quellen