Fragen aus der Praxis
Ein paar praktische Dinge, nach denen wir oft gefragt werden.
Soll ich mit rechts oder mit links schallen?
Beides ist möglich, und beides hat Folgen: für deinen Rücken, für die Bedienung des Geräts und dafür, wie gut du deiner Patientin oder deinem Patienten dabei etwas erklären kannst.
Echosonde in der rechten Hand
Die rechte Hand führt den Schallkopf. Sie ist bei vielen die geschicktere, der Arm der kräftigere, und in Deutschland ist es vielfach einfach Gewohnheit.
Du sitzt dabei meist auf dem Rand der Liege auf der rechten Seite des Patienten. Um den Schallkopf an die Anlotungen zu bringen, beugst du dich über ihn hinweg: die Wirbelsäule zur einen Seite geneigt und zur anderen verdreht, weil der Monitor auf der Gegenseite steht. Dazu kommt der ständige Körperkontakt, der an warmen Tagen für beide Seiten vielleicht unangenehm wird.
Echosonde in der linken Hand
Du sitzt auf der linken Seite der Patientin auf deinem eigenen Hocker. Das Echogerät steht dann ebenfalls auf dieser Seite, und die nach links gedrehte Patientin kann beim Schallen zusehen. Das macht das Erklären mühelos: Sie sieht, worüber du sprichst, und versteht ihr Herzproblem besser.
Das Gerät bedienst du mit der rechten Hand. Damit bist du schnell, kannst zwischendurch messen und musst den Schallkopf nicht ablegen. Unser Favorit!
In unseren Kursen
Überleg dir das gern vorher, dann können wir die Gruppen entsprechend einteilen. Festgelegt ist damit nichts: Wenn du Dich anders entschiedest, wechseln wir die Seite auch mitten in der Kurseinheit.
Soll ich das EKG ankleben?
Würden wir empfehlen. Nur mit EKG weißt du, was elektrisch gerade passiert. Das entscheidet öfter mit, als man denkt.
Welche Welle im Mitralklappen-Einstrom ist die E-, welche die A-Welle? Was ist e’, was a’? Und der Abstand zum QRS-Komplex kann die Entscheidung tragen, ob man ein Aortenspektrum vor sich hat oder das Spektrum einer exzentrischen Mitralklappeninsuffizienz.
Soll ich die Echoloops und -bilder speichern?
Ja, unbedingt. Und nicht auf der lokalen Festplatte, wo sie niemand wiederfindet, sondern im PACS der Klinik, mit korrektem Namen.
Das gilt aus unserer Sicht für alle Bereiche, in denen geschallt wird: vom Echolabor über die Notaufnahme und das Herzkatheterlabor bis in den kardiochirurgischen OP.
Zwei Gründe. Es gehört zu den Dokumentationspflichten und du willst später etwas zum Vergleichen haben, wenn dieselbe Patientin im Verlauf erneut geschallt wird. Ohne Voraufnahme fehlt dir die Information, auf die es dann ankommt.
Was ist eine Pencilsonde und brauche ich die?
Eine schmale, nicht bildgebende Dopplersonde. Sie ist vor allem beim Messen von Aortenklappenstenosen wichtig: Sie passt gut zwischen die Rippen und lässt sich auch von rechts-parasternal und suprasternal ansetzen, etwa bei bikuspiden Klappen, wo der maximale Fluss oft nicht dort liegt, wo man ihn zuerst sucht.
Diese Messung kann den Unterschied machen: zwischen einer scheinbar mittelgradigen Stenose, die die Dyspnoe nicht erklärt, und den herausgearbeiteten Werten einer sicher hochgradigen Stenose. Siehe dazu auch die ESC-Leitlinie zu Herzklappenerkrankungen.
Und nebenbei: teuer ist so eine Sonde nicht.
Brauche ich eine DEGUM-Stufe oder ein EACVI-Zertifikat?
Nein. Weder eine DEGUM-Stufe noch ein EACVI-Zertifikat ist zwingend Voraussetzung, um zu schallen. Beides sind freiwillige Nachweise von Fachgesellschaften. Was du darfst, richtet sich nach deiner Weiterbildung und deiner Fachkunde, und wenn es um Abrechnung geht, nach den Regeln deiner Kassenärztlichen Vereinigung.
Sinnvoll können die Zertifikate dennoch sein: für deinen Lebenslauf, für ein Schwerpunktlabor, für eine Stelle im Ausland oder weil du selbst Kurse leiten möchtest. Wer daran kein Interesse hat, muss das nicht machen.
Wer Echo kann und wer nicht, zeigt sich vor allem auch im klinischen Alltag: am Gerät, am Krankenbett, im Befund. Genau darauf bereiten wir dich in unseren Kursen vor.
Habe ich nach dem Grundkurs automatisch eine DEGUM-Stufe?
Nein. Ein Kurs ist ein Baustein, keine Stufe. Nach einem Grund- oder Aufbaukurs bekommst du eine Teilnahmebescheinigung mit der gelben DEGUM-Plakette und CME-Punkte. Sie belegt, dass du einen Kurs nach DEGUM-Curriculum besucht hast.
Für die Stufe I kommt einiges dazu: Aufbaukurs, mindestens 800 selbständig durchgeführte TTE-Untersuchungen, eine entsprechende Tätigkeitsdauer im Echolabor, eine Bescheinigung der Echolaborleitung, eine DEGUM-Mitgliedschaft und ein Antrag über das Zertifizierungsportal.
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