Standardschnittebenen in der Echokardiographie
Zwölf Blicke aus vier Fenstern. Wer sie in derselben Reihenfolge anfährt, vergisst keinen und wird mit der Zeit schnell.
Warum eine feste Reihenfolge
Eine Echokardiographie besteht nicht aus schönen Einzelbildern, sondern aus einer vollständigen Untersuchung. Vollständig wird sie durch Gewohnheit: immer dieselben Fenster, in derselben Folge, mit denselben Blicken. Wer improvisiert, lässt zuverlässig etwas aus, und meistens das, was gerade schwierig einzustellen ist.
Die Reihenfolge unten ist die gebräuchliche. Man beginnt links parasternal, geht nach apikal, dann subcostal und zuletzt suprasternal. Das folgt der Lagerung: die ersten beiden Fenster erreicht man in Linksseitenlage, für subcostal und suprasternal dreht sich die Patientin oder der Patient auf den Rücken.
Die zwölf Blicke
Parasternal links
- Parasternale lange Achse PLAX
- Parasternale kurze Achse auf Höhe der Aortenklappe PSAXAO
- Parasternale kurze Achse auf Höhe der Mitralklappe PSAXMV
- Parasternale kurze Achse auf Höhe der Papillarmuskeln PSAXPM
- Parasternale kurze Achse auf Höhe des Apex PSAXAPX
Apikal
- Apikaler Vierkammerblick A4C
- Apikaler Zweikammerblick A2C
- Apikale lange Achse (Dreikammerblick) A3C
- Apikaler Fünfkammerblick A5C
Subcostal
- Subcostaler Vierkammerblick SC4C
- Subcostaler Blick auf die Vena Cava inferior SCVCI
Suprasternal
- Suprasternale lange Achse Aortenbogen SSAO
Dazu kommt ein Handgriff, der kein eigener Blick ist, aber in der kurzen Achse ständig gebraucht wird: das Kippen des Schallkopfes. Durch Neigen des Kabelendes nach kaudal wandert der Schallkegel nach kranial und umgekehrt. So kommt man von der Aortenklappe über die Mitralklappe bis zu den Papillarmuskeln, ohne den Schallkopf abzusetzen.
Was die Abkürzungen bedeuten
Im Befund und in der Literatur stehen fast immer die englischen Kürzel. Sie sind schnell erklärt, weil sie sich aus Fenster und Achse zusammensetzen.
| Kürzel | Steht für | Auf Deutsch |
|---|---|---|
| PLAX | parasternal long axis | Parasternale lange Achse |
| PSAX | parasternal short axis | Parasternale kurze Achse |
| A4C | apical 4 chamber | Apikaler Vierkammerblick |
| A2C | apical 2 chamber | Apikaler Zweikammerblick |
| A3C | apical 3 chamber | Apikale lange Achse, Dreikammerblick |
| A5C | apical 5 chamber | Apikaler Fünfkammerblick |
| SC | subcostal | Subcostal |
| VCI | vena cava inferior | Untere Hohlvene |
| TTE | transthoracic echocardiography | Transthorakale Echokardiographie |
| TEE, TOE | transo(e)sophageal echocardiography | Transösophageale Echokardiographie |
Der Fünfkammerblick heißt so, weil zu den vier Kammern die Aortenwurzel dazukommt. Gezählt wird also nicht ganz sauber, aber der Name hat sich durchgesetzt.
Wie man sie lernt
Die Namen sind schnell gelernt, das Einstellen nicht. Der Schritt, der am längsten dauert, ist die räumliche Vorstellung: zu wissen, wo die Ebene im Brustkorb liegt, bevor man den Schallkopf aufsetzt, statt sie am Bildschirm zu suchen. Genau das üben wir in unseren Echokursen in Münster am Gerät.
Und dafür gibt es echopilot: Zu jedem der zwölf Blicke zeigt die App die Lage der Ebene im 3D-Modell, die Standardloops und die Strukturen, die darin zu sehen sein müssen. Zum Nachsehen am Gerät, während man schallt.